Hegegemeinschaft Weschnitztal
(C)  2018  /  Franz Regner

Familientag im Bergtierpark der Gemeinde Fürth 2016

Jäger der Hegegemeinschaft Weschnitztal gestalteten den Aktionstag mit dem

Förderkreis des Erlenbacher Bergtierparks der Gemeinde Fürth e.V. und der

Gemeinde Fürth.

Ein Angebot der besonderen Art konnten die Jäger allen Besuchern am 10.07.2016

bieten. Als staatlich geprüfte Fachleute kennen sie sich in der Natur sehr gut aus.

Dieses Wissen stellten sie allen Besuchern an fünf verschiedenen Ständen im

Bergtierpark zur Verfügung. Alle Stände zielten darauf ab, den kleinen und großen

Besuchern die Sachen zu zeigen, die man sieht, aber nicht so richtig wahrgenommen

werden.

Aileen Mc Cue (selbst gerade in der Jagdausbildung im Forsthaus Almen) zeigte mit

Frederic Fleck und Luca Kilian in einem Sandkasten wie Fährten entstehen und wie

die vielen verschiedenen Tierfüße funktionieren. Dabei machten die Kinder selbst

Spuren und verglichen sie mit Echtpräparaten. So konnte neben 24 Fährten und

Spuren sogar der Pferdefuß erklärt und abschließend Hufeisen geworfen werden.

Siegfried Lengnick und Franz-Josef Weber widmeten ihr Angebot der Vermittlung des

Wissens um den Nistkastenbau. Einigen Vogelarten geht es nicht mehr so gut und so

kann man Angebote im Garten verbessern. Das gilt natürlich auch für die

Fledermäuse. Wer wollte, konnte Nistkästen für Höhlenbrüter oder Schlafplätze für

Nachtschwärmer bauen. Da dies alles Krücken für die Natur sind, dienen diese

Gespräche auch eher dem Verständnis als dem zufälligen Vogelschutz. „Zufällig“, weil

man den Schutz versehentlich vergessen kann, z.B. die Kastenreinigung oder die

Fütterung. Den besseren Ansatz können die Jäger mit Biotopgestaltungen wie

Feldholzinseln oder Bienenwiesen (auch für Hasen sehr gut) im Revier leisten. Dass

und wo man die Kästen hinhängt und ausrichtet, konnte in Gesprächen aufgefrischt 

werden.

Alexander Fraas, Tobias Dauner und Tobias Möke zeigten allen Vorbeikommenden,

woran man Biberfelle, Wildschweinschwarten, Marder- und Iltisfelle, Schafsfelle und

vieles mehr voneinander unterscheiden kann. So hat es für den Sumpfbiber große

Vorteile, wenn er dem Wasser entstiegen ist, er sofort wieder trocken wird. Das macht

er mit glänzend polierten Haaren, die nach dem Schütteln keinen Wassertropfen

halten können. Oder warum hat es Vorteile, so lange Haare zu haben wie der Fuchs?

Er kratzt sich bei der Jagd in den Brombeeren nicht. Alle Felle waren natürlich zum

Anfassen, sonst begreift man ja nichts, oder?

Franz Regner und Eberhard Ulmen, zwei sehr gute Jagdhornbläser, lockten die

Besucher zu ihrem Stand, wo sie die Technik mit Blasinstrumenten vorführten. Viele

Kinder aber auch Erwachsene konnten dabei trotz größter Selbstzweifel ihre

versteckten Talente entdecken. Mit der gleichen Technik konnte man auch noch mit

Pfeilen aus dem Blasrohr seine Fähigkeiten ausprobieren. Zur Belohnung gab es

Gummibärchen und für die über sich erstaunten Erwachsenen einen kleinen Trunk.

An einem anderen Stand konnte man den Unterschied von Geweihen und Gehörnen

lernen. Jens Eder zeigte an vielen Abwurfstangen die möglichen Größenunterschiede.

So gibt es wenige Gramm schwere Geweihstangen des Muntjaks (Wasserhirsch aus

Asien) und mehrere Kilogramm schwere Abwurfstangen des Rotwildes. Auch sehr

anschaulich war das Damwild im Tierpark, denn der Hirsch stand gerade im Bast. Das

jährliche Wechseln aller Geweihe erfordert ein Wachtsumsgewebe, den Bast, das

sofort nach Verlust des alten Geweihes ein neues aufbaut. Anders bei den

Hornträgern. Ihr Horn aus gleichem Material wie Fingernägel und Haare wird von Jahr

zu Jahr länger  und wird niemals abgeworfen. Nur hier ist es möglich, am Horn das

Alter des Tieres abzulesen. Am Geweih kann man nur probieren, zu schätzen. So

entpuppt sich auch das Zählen der Enden zur Altersbestimmung  am Geweih als

Märchen. Eine Altersbestimmung am Geweih ist nicht möglich.

All diese Stationen boten sich als Vorzeigeprojekt an, weil dieser großartige Park fast

alle diese Hintergründe zeigen könnte, wenn nur immer mal einer dastünde, der es

erklärt. Das war für die engagierten Jäger dieser Hegegemeinschaft der Grund für ihre

Anwesenheit: es war das Neugierigmachen auf die Natur, die uns umgibt.

Herzlichen Dank für die Mithilfe an alle Jäger und Jungjäger: Jens-Uwe Eder, Franz

Regner, Siegfried Lengnick, Johannes Helferich, Aileen Mc Cue, Franz-Josef Weber,

Eberhard Ulmen, Alexander Fraas, Tobias Dauner, Tobias Möke, Luca Kilian, Frederic

Fleck